Ich lebe im Gemeindebau


Im Gemeindebau zu leben ist keine Kunst. Es euch zu zeigen. Das ist die Kunst.

Ich lebe im Gemeindebau!


Ziel ist es der Wiener Gemeindebaukultur, die eine Besonderheit dieser Stadt ist, über vielfältige künstlerische Formen selbstbewussten Ausdruck zu verleihen.
Die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler sprechen mit ihrer Kunst die Sprache des Gemeindebaues und wollen die BewohnerInnen desselbigen genauso ansprechen, wie die Kunst interessierte Öffentlichkeit. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der besonderen Kultur des Gemeindebaues ist eine Form der Wertschätzung, die die AkteurInnen des Projektes aufgrund ihrer persönlichen Erlebnisse der Gemeindebaukultur entgegenbringen.
 
Gemeindebau ist Normalität
Gemeindebau produziert Kultur
Stolz auf Gemeindebau
Kunst ist frei von der Lüge wahr zu sein.
Die Wanderausstellung

Hintergrund: Gemeindebau ist Normalität

In Wien leben ca. 500.000 Menschen in 2300 Gemeindebauten. 220.000 Wohnungen, das ist jede 4. Wohnung in Wien, sind so genannte Gemeindewohnungen, d. h. im Eigentum der Gemeinde Wien. Der Gemeindebau ist keine Randerscheinung sondern Normalität. Daher ist der Gemeindebau nicht ausschließlich Wohnort der sozialen Unterschicht, sondern die BewohnerInnen bieten einen Querschnitt der sozialen Schichten dieser Stadt.
Gemeindebau ist kein Zwangsverbund von SozialhilfeempfängerInnen
Die herkömmliche Darstellung des sozialen Lebens im Gemeindebau, nämlich das soziale Ghetto von SozialhilfeempfängerInnen löst bei vielen BewohnerInnen Befremden aus. Dieses so oft strapazierte Bild wird der Realität nicht gerecht. Mag es auch amüsant für den Zuschauer einer Fernsehsendung sein moralisch unterentwickelte Personen mit starken Selbstdarstellungshang, ein Mikrofon vor die Nase zu halten, um über ihr Elend mit den Nachbarn zu klagen, so handelt es sich dabei nicht um den typischen Repräsentanten des Gemeindebaues, sondern um einen Beleg der sozialen Breite, die im Gemeindebau erstaunlich gut zusammenlebt. Denn genauso gut könnte man den jungen Arzt, die Antiquitätenhändlerin, den EDV Techniker, die Lehrerin usw. zeigen, die ebenfalls im Gemeindebau leben.
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Gemeindebau produziert Kultur

Der Gemeindebau produziert eine eigene Kultur,
  • durch die dörfliche Struktur innerhalb der Stadt,
  • durch die Nähe von vielen gleichaltrigen Menschen (Stichwort: Kinderbande, Jugendgang),
  • durch typische Institutionen wie den Hausbesorger/der Hausbesorgerin,
  • durch die Besonderheit der Eigentumsverhältnisse,
  • durch die vielen sozialen Aktivitäten von Pfarren, Jugendzentren, Betreuungseinrichtungen, Mutterberatungsstellen, psychosoziale Zentren usw.
Diese besondere oft belächelte Kultur, ermöglicht ein Miteinander von völlig unterschiedlichen Menschen und Generationen auf engem Raum. Und diese besondere Kultur hat schon manchen kreativen Kopf hervorgebracht. Dies möchte das vorliegende Projekt unter Beweis stellen.
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Stolz auf Gemeindebau

Es gibt keinen Grund sich für das Leben im Gemeindebau zu genieren. Ganz im Gegenteil. Und trotzdem wird es einem nicht leicht gemacht, wird dem sozialen Ghettobild, das Menschen negativ punziert, nicht ein realitätsnäheres Bild entgegensetzt.
Die im Rahmen dieses Projektes entstehende Ausstellung soll ein anderes Bild - ein selbstbewusstes Bild – vom Gemeindebau zeichnen.
Der Gemeindebau ist nicht besser und nicht schlechter als andere soziale Gebilde. Typisch für die BewohnerInnen des Gemeindebaues ist, dass sie sich der Besonderheit ihrer eigenen Kultur nicht bewusst sind. Im Sinne vom Empowerment sollen dieses Kunstprojekt das Bewusstsein über die eigene Kultur verstärken und damit die Gestaltbarkeit erhöhen.
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Kunst ist frei von der Lüge wahr zu sein.

Wir wollen mit künstlerischen Mitteln Erlebnisse, Gefühle, Erfahrungen, Sichtweisen, Charaktere prominent machen, die das Leben im Gemeindebau ausmachen.
Wir wollen in den Diskurs um die soziale Wirklichkeit des Gemeindebaus einsteigen ohne zu moralisieren und ohne eine Wahrheit zu propagieren.
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Die Ausstellung

Die Vernissage wird ab 24.01.2005 im Rabenhoftheater zu besichtigen sein. Die Eröffnung wird dabei um 17:00 vom Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung, Werner Faymann, vorgenommen. Um ca. 18:00 wird es eine Lesung vom Autor Ernst Hinterberger (“Mundl“, Kaisermühlenblues) geben, und um ca. 20:00 werden dann DJ´s (Flappo, Toni Maroni, Constanze) das Theater beschallen. Vorgesehen ist, dass diese Ausstellung, nach ca. 2 Wochen als Wanderausstellung durch Wien wandert. Für ein Buffet ist gesorgt!
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Sponsoren:

datenwerk innovationsagentur    MICROGIANTS INDUSTRIAL DESIGN    Verein Stadtimpuls